Bad News: Nuklearwaffen kosten Geld.

Natürlich tun sie das. Aber wer weiß das schon? Und wer weiß, wie viel? Wüssten Sie es?

1.000.000.000 Dollar in den nächsten 10 Jahren. Aber was bedeutet diese riesige Zahl mit all ihren vielen Nullen? Was bedeutet dies für die Förderung regenerativer Energien? Für Jobs? Für Bildung? Für das Gesundheitswesen?

Wir leben in Zeiten, in denen die Finanzkrise tiefe Spuren in den Staaten hinterlässt. In Zeiten, in denen ganze Nationen hoffnungslos überschuldet sind. In Zeiten, in denen Staatspleiten drohen und hastig Rettungspakete geschnürt werden. In denen der Bürger merkt, wie wertvoll staatliche Unterstützung ist. Und wie schmerzhaft es ist, wenn diese fehlt.

Wir leben aber auch in Zeiten, wo weiterhin unvermindert Geld in Nuklearwaffen gepumpt wird. In Zeiten, in denen eine Billionen Dollar in den nächsten zehn Jahren in Nuklearwaffen investiert werden. In eine nicht nutzbare Waffentechnologie, die bereits im letzten Jahrtausend hochproblematisch war. Und in der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts ein unkalkulierbares Risiko ist.

Doch dieses Risiko ist nicht spürbar für die Menschen. Die Waffen liegen tief in ihren Bunkern. Spürbar jedoch sind die finanziellen Einschnitte, die sich durch diese Waffen ergeben. Spürbar bei den Menschen, die die Politik der meisten nuklear bewaffneten Staaten bestimmen. Denn fast alle nuklear bewaffneten Staaten sind Demokratien.

Dies Setting hat Global Zero aufgegriffen und eine Kampagne daraus entwickelt. Sie steht in Tradition vieler weiterer Aktionen, die die Öffentlichkeit informieren sollten, um demokratischen Druck auszuüben. Der Film "Countdown to Zero" hat das Thema erstmalig in breite Schichten der US-Öffentlichkeit transportiert, verschiedene Prominente "Signatories" vertreten Global Zero in Talkshows und anderen öffentlichen Events. Die großen Konferenzen in Paris, Washington, London und in Kürze in Los Angeles bringen nukleare Abrüstung in die internationale Presse und zahlreiche studentische Gruppen in aller Welt in die Universitäten.

Die Kampagne dokumentiert, an welchen Stellen Bürger Einschnitte spüren werden. Sei es die Gesundheitsvorsorge, seien es Jobs, seien es erneuerbare Energien - je nach Nation bekommt der Unterzeichner ein angepasstes Set an staatlichen Leistungen präsentiert, welche er Nuklearwaffen vorziehen wird. Illustriert wird dies durch Zahlen, was für Investitionen bereits beim Verzicht einer einzigen Nuklearwaffe möglich wären.

Selbstverständlich wird die Kampagne in Deutschland angesichts unserer 20 lediglich indirekt bezahlten Nukleawaffen nicht die Durchschlagskraft haben, die sie in den USA mit den dortigen Einsparungen bei öffentlichen Diensten haben wird, aber auch in Deutschland sind die Menschen sensibel geworden für unnütze Ausgaben, so dass Geld auch hier ein wichtuges Argument ist um öffentlichen Druck zu erzeugen - schliesslich erzeugt eine Unterschrift aus Deutschland international Druck.

((Ziel der Kampagne ist es, die gesammelten Unterschriften führenden Politikern der G 20 Staaten zu übergeben und somit den öffentlichen Druck zu erhöhen. In verschiedenen Zwischenetappen werden die bereits gesammelten Unterschriften dazu verwendet, in laufende Verhandlungen nukleare Abrüstung zum Thema zu machen.))

Die Petition wurde von bereits von vielen Tausend Menschenunterzechnet und die Kampagne mit dem Schwerpunkt auf den Kosten von Atomwaffen löste ein breites Medienecho aus.So wurde in einschlägigen Wirthschaftszeitungen wie dem Ecomist und der Financial Times über die geplanten Milliardenausgaben für Atomwaffen und die Aktionen von Global Zero berichtet.

So schön der Erfolg auch ist, so sehr müssen wir uns weiter anstrengen, um die Öffentlichkeit für das Thema Atomwaffen zu sensibilisieren und Druck auf die politischen Entscheidungsträger aufzubauen. Helfen Sie mit und unterzeichnen Sie jetzt die Petition auf http://is.gd/globalzero!

Dieser Artikel wird im nächsten Freiraum erscheinen. Wenn Du Dich für das Thema interessierst schaue im Archiv des Freiraums vorbei!